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In meiner antiquierten Vorstellung bin ich immer davon ausgegangen, Plattenbauten besäßen so etwas wie ein chinesisches „Patent“. Als mir nun im Zuge von „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ die Möglichkeit geboten wurde, als Fotograf nach Berlin zu reisen, habe ich die Chance, diesen Eindruck zu revidieren.
Die Plattenbauten Ost-Berlins, die ich als erstes von Berlin gesehen habe, kamen mir gleich sehr intim vor – ein Gefühl, an das ich nie als erstes gedacht hätte. Im Vergleich zu den alten Gebäuden in West-Berlin, sind die Plattenbauten von Ost-Berlin nach meinem Empfinden nicht weniger ärmlich und schlicht – im Gegenteil, sie rufen in mir weitaus mehr Gedanken hervor.
All diese Ähnlichkeiten jener Zeit zwischen der DDR und China ..., sie zwingen mich unweigerlich zu folgender Pathetik: Das damalige China existiert bereits nicht mehr, doch können wir immer noch die Identifikation der deutschen Bevölkerung mit ihren Gebäuden als kollektive Erinnerung verstehen. Vielleicht haben wir uns zu schnell entwickelt, so dass wir nicht in der Lage sind, diese Art von Ort in unserer Erinnerung aufzuspüren.
Wenn ich hier erneut die Intimität hervorhebe, die Berlin in mir auslöst, so muss ich wohl auch auf meine innere Fremdheit gegenüber meinem Heimatort eingehen. Ich wage zu behaupten, dass jemand, der Shenyang für ein Jahr verlässt und anschließend wieder zurückkehrt, keinerlei Schwierigkeiten hat, allerlei Veränderungen auszumachen – auch aufgrund einer gewissen „Fremdheit“, die er von außen mit sich bringt ...






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