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Von der Stahlbramme zum Mikroskop 
Die Stadt Duisburg stellt sich vor
Datum: 27.Okt. 2009    
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Schlagworte: Station Wuhan   Duisburg   Ralf Meurer   Markus Taube   Yue Yong   Strukturwandel   
 
In einem zweistündigen Workshop präsentierte sich die Stadt Duisburg am Montag Wuhaner Unternehmern. Wuhans Vize-Bürgermeister Yue Yong betonte in seinem Grußwort die Wichtigkeit der wirtschaftlichen Kooperation zwischen beiden Städten: „Duisburger Unternehmen wie Thyssen oder Siemens haben Wuhan eine neue Vitalität verliehen.“

Vor rund 60 Zuhörern stellte Ralf Meurer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsfördung Duisburg, die Ruhr-Metropole vor. Duisburg sei nicht nur der größte Binnenhafen der Welt und die wasserreichste Stadt Deutschlands, „auch das größte europäische Nano-Forschungszentrum ist bei uns beheimatet“, so Meurer. Duisburgs Strukturwandel, von der Stahlbramme zum Mikroskop, böte vor allem im Bereich Software und Forschung viele Gelegenheiten für neue Kooperationen und Investitionen. Meurer hofft, dass zu den bisher 52 in Duisburg angesiedelten chinesischen Firmen bald weitere hinzukommen. „Wir würden uns freuen, wenn bei uns eine Wuhan Community entstehen könnte.“

Ralf Meurer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsfördung Duisburg, präsentiert in Wuhan seine Heimatstadt.Die seit 1982 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Duisburg und Wuhan – die erste ihrer Art zwischen Deutschland und China – verläuft aus Meurers Sicht äußerst erfolgreich: „Sie wird intensiv gelebt nicht nur im wirtschaftlichen Austausch, sondern auch in den Bereichen Kultur, Bildung und Sport.“ Inwiefern kann Duisburg beim Thema industrieller Strukturwandel Vorbild sein für Wuhans Herausforderungen? „Es kommt vor allem darauf an, vorbereitet zu sein, wenn sich die Unternehmensstruktur ändert“, so Meurer. „Auch die chinesischen Stahlwerke werden sich verändern müssen. Da kann Duisburg im Bereich der Flächenentwicklung, bei der Neunutzung und Umgestaltung von Brachflächen, Hilfestellungen geben.“ Zwar sei man in Wuhan von dem Gedanken eines Landschaftspark Nord, der in Duisburg als Freizeitpark großen Zuspruch bei den Bürgern findet, noch weit entfernt, entscheidend sei jedoch das Bewusstsein für die Umgestaltung alter Industrieflächen, zum Beispiel für die Ansiedlung neuer Branchen, so Meurer. Aber auch Wuhan sei in manchen Bereichen weiter als seine Heimatstadt: „Etwas Ähnliches wie die schöne Jangtse-Promenade hätten wir auch gerne in Duisburg“, lacht Meurer.

Dem intensiven Austausch zwischen Wuhan und Duisburg steht demnächst eine weitere Plattform zur Verfügung: das Konfuzius-Institut an der Universität Duisburg-Essen wird im November seine Arbeit offiziell beginnen. Institutsleiter Markus Taube, Lehrstuhlinhaber für Ostasienwirtschaft Schwerpunkt China der Universität Duisburg-Essen, freute sich in seiner auf Chinesisch gehaltenen Präsentation auf die bevorstehende Aufgabe: „Im Unterschied zu anderen Konfuzius-Instituten soll das Duisburger Institut auch Fortbildungs- und Beratungsangebote für Wirtschaft und Politik innerhalb und außerhalb der Region anbieten.“ Der Wirtschaftswissenschaftler, der vor über 20 Jahren das erste Mal in Wuhan war, ist von den Veränderungen der Stadt immer wieder aus Neue beindruckt: „was ich von meinen Besuchen immer mitnehme, ist der Eindruck, dass es sich lohnt, mutig zu sein.“
 
 
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