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Europäische Dokumentarfilmer in Shanghai: „Fremde Heimat“
Datum: 9.Jun. 2010    
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Schlagworte: Shanghai   EXPO   Deutsch-Chinesisches Haus   Film   Fremde Heimat   
 
Der Kurzfilm „Fremde Heimat“ von Eva-Maria Kreuzer, Fabia Schubert, Tobias Hoss und Hannes Ruß von der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung den ersten Preis des Filmwettbewerbs zum China-Jahr gewonnen.

Am 4. Juni 2010 zeigte „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ den Film im „Deutsch-Chinesischen Haus“ in Anwesenheit der Regisseure, siehe: „Mein Vater war Chinese, meine Mutter kommt aus Polen, ich bin hier aufgewachsen.“

Nahe der Hamburger Reeperbahn existierte bis in die 1940er-Jahre Deutschlands einziges Chinesenviertel – dann machte die „Chinesenaktion“ der Nationalsozialisten dem fernöstlichen Treiben ein Ende. Geblieben ist nur das „Hotel Hong Kong“ des chinesischen Migranten Chong Tin Lam. Heute steht seine Tochter Marietta hinter dem Tresen. Dort betreut Marietta Solty ihre vom Leben und von der See gezeichneten Gäste. Sie erzählt von ihrem Vater, der in Deutschland lebte, von den Nazis verfolgt wurde, trotzdem blieb und sich doch nie heimisch fühlte. Und sie berichtet von ihrem eigenen heimatlosen Leben zwischen den Kulturen. Der Film erlaubt den Blick in gleich mehrere exotische Welten – die der einzigen deutschen „Chinatown“, aber auch die der gestrandeten Seebären, die im „Hotel Hong Kong“ einen Zufluchtsort finden.

Die Dokumentation richtet die Aufmerksamkeit auf einen der letzten noch verbliebenen Orte in Deutschland, an dem sich die traurige Geschichte der Chinesen im Dritten Reich manifestiert. Intention des Dokumentarfilms ist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema „Deutschland und China“, sowie die Überwindung gängiger Klischees. Anhand der authentischen und persönlichen Geschichte von Marietta, ihrem Vater und dem „Hotel Hong Kong“ soll die große Geschichte der Chinesen in Deutschland stellvertretend erzählt werden. Die Regisseure sind anwesend. Nach der Filmvorführung wird es Zeit zu einer öffentlichen Diskussion geben.
 
 
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