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Guangzhou und seine Mopeds
Datum: 7.Sep. 2008    
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Schlagworte: Guangzhou    Moped    Autogas    LPG    
 
So manch einer mag Chinas Straßenverkehr immer noch mit einer schier unendlichen Masse an Fahrrädern verbinden – große Trupps, die sich laut klingelnd durch enge Straßen schlängeln.

Die Berichterstattung im Rahmen der Olympischen Spiele dürfte diese nostalgische Vorstellung korrigiert haben. In chinesischen Großstädten dominiert mittlerweile das Auto. In Guangzhou dominieren Autos umso mehr, seit zu Beginn 2007 Mopeds in der Innenstadt verboten sind.

Aus deutscher Sicht mag dieser Schritt sonderbar erscheinen. Wie kam es zu der Verbannung der Mopeds? Was wurde in Guangzhous City damit erreicht?
Der Blick aus dem Fenster unserer Redaktion in Peking macht die Problematik deutlich: viele Autos quetschen sich im Berufsverkehr über die Stadtautobahnen, gleichzeitig ist der Anteil an Mopeds jedoch wesentlich höher als in Deutschland. Die leicht motorisierten Teilnehmer, die bei deutschen Autofahrern gelegentlich für Frust sorgen, verursachen auf Chinas Straßen wesentlich größere Probleme: Staus und hohe Lärm- und Schadstoffbelastung.

In Guangzhou dienten Mopeds bislang nicht nur dem Individualverkehr. Vielfach wurden Mopeds auch als Taxi verwendet. Zwei Wochen nach Inkrafttreten des Verbotes veröffentlichte die Stadtregierung Guangzhous eine Statistik. Demnach haben sich Staus um 50% verringert. Auch die Unfallzahlen seien der Statistik zufolge um 40% zurückgegangen.

Es mag noch einen weiteren Grund für die Verbannung der Mopeds gegeben haben. Guangzhou hat das ehrgeizige Ziel, die gesamte Flotte an Bussen und Taxis bis 2010 komplett auf Autogas umzustellen. Dieser auch LPG genannte Kraftstoff verbrennt sehr umweltfreundlich. Knatternde Mopedtaxis hätten da kaum in die Pläne Guangzhous für einen umweltfreundlichen öffentlichen Personennahverkehr gepasst.


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