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Sie meinen, Nation Branding soll ehrlich und wahrheitsgemäß sein? Das Image von einem Land zu vermitteln ist keine leichte Aufgabe. Großbritannien hatte mit seiner Kampagne „Cool Britannia“ keinen wirklichen Erfolg. Ich persönlich habe grundsätzliche Zweifel an klassischer Kommunikation und PR. Ich bin nicht überzeugt, dass man allein durch PR einen Eindruck verändern kann. Um das Image „Made in Germany“ zu verändern, haben die Deutschen 30 bis 40 Jahre gebraucht. Im 19. Jahrhundert waren deutsche Produkte billig, aber von schlechter Qualität. Die Engländer hatten den Begriff „Made in Germany“ eingeführt, um britische Produkte von den deutschen zu unterscheiden. Heute hat „Made in Germany“ eine ganz andere Bedeutung, aber kann man das als PR Erfolg verbuchen? Ich glaube, gute Kommunikation und PR können lediglich existierende Eindrücke eines Landes oder einer Marke noch vertiefen.
„Wir sind idealistische Deppen.“
Wenn China eine ähnliche Veranstaltung wie DuC in Deutschland organisieren würde … … würde das bestimmt sehr gut wirken. Deutsche wären überrascht, dass China so was macht. China hat gute Sachen zu präsentieren, z.B. Akrobatik, Kalligraphie und Taiqi... Das sind gute Sachen. Die Leute mögen das. Allerdings ist es lächerlich, das Bild Chinas durch Akrobatik und Kalligraphie zu interpretieren. Das Land ist so interessant, vielseitig und komplex. Shaolin mag ein kommerzieller Erfolg sein, bringt China auf Dauer aber nichts Substanzielles. Daher denke ich, China braucht auch eine eigene Art der Kommunikation. Reine PR hilft auch da nicht.
Was sind die Hauptschwierigkeiten um DuC in China durchzuführen? Am Anfang hatten die offiziellen Partner gar nicht verstanden, was wir wollten... Viele andere Deutsche verstanden uns ebenfalls kaum. Die Firmen glauben, wir sind idealistische Deppen und verstehen die Realität nicht. Sie fragten uns, welche Interessen bringt DuC? Könnte man mehr Autos verkaufen? Solche Interessen wären zu kurzfristig. Daher wollen wir 3 Jahre machen. Bei jeder Station lernen wir etwas Neues. Sie persönlich haben viel chinesische Literatur übersetzt, „Schwere Flügel“ von Zhang Jie oder „Schachmeister“ von Acheng. Helfen diese Werke das Image von China im Westen zu verbessern? Ja das hilft. Literatur hilft Dir, das Gefühl und die Psychologie einer Nation zu verstehen: Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Angst und Freude. Diese Art von Kommunikation schafft sonst keine akademische Arbeit. Daher kann ich überhaupt nicht verstehen, warum manche Leute meinen, diese Werke hätten ein hässliches China-Bild vermittelt. So werden ausländische Leser für zu naiv gesehen. Ich lese besonders gern Artikel von Acheng und Canxue, oder anders ausgedrückt, Artikel über die „schwarze Seite der Gesellschaft“.
Reporter Zhang Zhe und Assistent Xu Zhen in Shenyang
(aus dem Chinesischen übersetzt)
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